Bürgerzeitung Kolbermoor 11/2000
Bürgergespräch bei den Freien Wählern
Vereinssportflächen seit Jahrzehnten Thema
Ortsvorsitzender Rainer Laukemper betonte eingangs,
dass er aus seiner früheren Tätigkeit als Kassier für den
damaligen SVK weiß, dass sich die Entwicklung von Flächen für
den Breitensport in Kolbermoor schon seit Jahrzehnten schwierig gestaltet.
Die derzeitigen Entscheidungen im Stadtrat und die aktuellen Bemühungen
des SV-DJK bewegten die Freien Wähler Kolbermoor zu einem Bürgergespräch
einzuladen.
Möglichkeiten im Flächennutzungsplan
Zunächst stellte Stadtrat Dieter Kannengießer
als Gruppensprecher der Freien Wähler die städtebauliche Entwicklung
zu den Breitensportflächen dar. Bereits im Juli 1996 beschloss der
Stadtrat einstimmig, dass der alte Flächennutzungsplan aus 1986 zu
überarbeiten sei, da die Planziele erreicht seien. Die Stadt Kolbermoor
beauftragte das Planungsbüro von Angerer Baulandreserven und die vorgegebenen
Entwicklungspunkte einzuarbeiten. Laut Kannengießer seien die dortigen
Festlegungen überholt, da diese durch Änderung zum bestehenden
Flächennutzungsplan z. B. für die neue Hauptschule, die Unterbringung
des Bau- und Wertstoffhofes, Gewerbegebietsentwicklung ehemalige
Isar-Amperwerke, sowie die ersten Schritte zur Entwicklung des ehemaligen
Spinnereigeländes bereits beschlossen sind. Seit Mai 1998 liegt eine
Bewertung von neun Sportflächen vor, aus welcher der Standort am neuen
Friedhof wegen seiner zentralen Lage bevorzugt wird. Vorteilhaft werden
die Anbindungen des Sportgeländes am neuen Friedhof und der künftigen
Schulsportanlage gesehen. Das Areal am Friedhof, mit einem Kostenaufwand
für die Stadt Kolbermoor von 2,3 Mio. DM ohne Grundstück, wurde
bekanntlich 1999 der Öffentlichkeit gewidmet.
In der letzten Sitzung beschloss der Stadtrat
drei Flächennutzungplan-Änderungen - die Sportfläche am
neuen Friedhof, das Auhofgelände, sowie die Wohnbebauung für
das bestehende SVK-Gelände.
Flächenentwicklung aus der Sicht des SV-DJK
FW-Vorsitzender Laukemper dankte den beiden Vereinsvorständen
Dr. Johann Kellermann und Gerhard Duschl für die Bereitschaft zur
umfassenden Information über das Vereinsvorhaben.
Gerhard Duschl prüfte kritisch die Vor-
und Nachteile zu den einzelnen Projekten. Für den innerstädtischen
Standort erwiesen sich als nachteilig, die jetzt schon begrenzte verkehrstechnische
Anbindung, die eingeschränkten Sport- und Freizeitmöglichkeiten
hinsichtlich der angrenzenden Wohnbebauung und der Friedhofsfläche,
sowie der aus Vereinssicht unwirtschaftliche Grunderwerb. Vorteilig zum
Standort Auhofgelände sahen die Referenten die auf Jahrzehnte ausgelegten
Expansionsmöglichkeiten. Die für die Wasserwirtschaft benötigten
Retentionsflächen bieten im nördlichen Bereich die Möglichkeit
für eine Entwicklung zum eingeschränkten Spielbetrieb und
für ein Naturnaherholungs- und Freizeitgebiet für die Gesamtbevölkerung.
FW-Stadtrat Josef Hartinger könnte sich in diesem Zusammenhang eine
Freizeitnutzung durch eine mögliche Anbindung des Geländes über
die Spinnerei-Insel vorstellen.
Besonders wurde von Vereinsseite betont, dass
der Stadt keine unkalkulierbaren Belastungen entstehen. Unangetastet bleiben
die städtischen Planungen für die neue Hauptschule und der Vorhabens-
und Erschließungsplan des ehemaligen Spinnereigeländes. Nötige
Grundstücksverhandlungen mit der erzbischöflichen Finanzkammer
für das Sportgelände am Huberberg nannten Duschl und Kellermann
als übliches wirtschaftliches Vorgehen zur Erhaltung des Vereinsvermögens.
Analog stellt sich die gewünschte Wohnbebauung des SVK-Geländes
als Beitrag zur Finanzierung eines zukünftigen Sport- und Freizeitzentrums.
Es soll also kein Prestigeobjekt entstehen, sondern ein erweiterungsfähiges
Modell für die gesamte Kolbermoorer Bevölkerung.
Aus Sicht der Freien Wähler Kolbermoor
hat dieses Vorhaben nur Zukunft, wenn Stadt und Verein Hand in Hand zusammenarbeiten.
Günter Schirmer – FW-Pressereferent