Freie Wähler analysieren den Haushalt 2000
Stadtrat Dieter Kannengießer gab in der Stadtratssitzung vom 12. April für die Freien Wähler Kolbermoor folgende Stellungnahme zum Haushalt 2000 ab:
„Sehr geehrter Herr Bürgermeister Reimeier,
sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrats von
Kolbermoor,
im vergangenen Jahr glaubten wir bereits einen
Rekordhaushalt mit 56 Mio. DM, also 30 % höher als 1998 zu haben.
Im Jahr 2000 soll sich diese Summe noch um 1,83 % auf ein Haushaltsvolumen
von 57 Mio. DM steigern.
- Analyse des Haushaltes für die Jugend
-
In der letzten Kreistagssitzung wurde im Zusammenhang
mit der Jugendhilfeplanung von einer Kolbermoorer Kreistagskollegin kritisiert,
dass die Stadt zu wenig für die Jugendlichen in Mark und Pfennig ausgibt.
Diese Aussage hat mich bewegt, heute den Haushalt auf diese Ausgaben hin
besonders zu analysieren. Ich werde dies jedoch nicht nur auf die
Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 22 Jahren beschränken, sondern
die Kinder bis 12 Jahre mitberücksichtigen.
Der Verwaltungshaushalt beinhaltet die laufenden
Betriebseinnahmen und -ausgaben. Hier finden wir für unsere Kinder
und Jugendlichen folgende Positionen:
Für den Sachaufwand der Grund- und Hauptschulen
geben wir nach Abzug der Einnahmen noch 1.861.660 DM aus. Die Personalausgaben
hat ausschließlich der Staat zu tragen, da wir lediglich Sachaufwandsträger
sind.
Auch bei den Kulturausgaben im Einzelplan 3 müssen
wir feststellen, dass diese Einrichtungen sehr vielen Jugendlichen dienen.
Dies sind beispielsweise Verwaltungspersonalausgaben in Höhe von 109.200
DM, die u. a. die Koordinierung des Ferienprogrammes, die Zusammenarbeit
mit dem Stadtjugendforum und umfangreiche Abstimmungsarbeiten beinhalten.
- Musikschule Kolbermoor fundamentale
Investition für Jugend und Kultur -
Der Zuschußbedarf für unsere über
die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Musikschule beträgt 401.100 DM
und ist sicher als fundamentale Investition für die Jugend und Kultur
zu sehen. Auch das von der Stadt an den Förderverein Heimatmuseum
zum ehrenamtlichen Betrieb übergebene Gebäude, dient den Jugendlichen.
439 Kolbermoorer Schüler besuchten im vergangenen Jahr kostenfrei
das Museum. Die Einrichtung der direkten Jugendarbeit bezuschussen wir
mit 77.600 DM. Die Sachausgaben für die Spielplätze betragen
16.400 DM. Für unsere 7 Kindergärten und zwei Kinderhorte schießen
wir im Jahr 2000- 1.780.100 DM d. h., dass Elternbeiträge und staatliche
Zuschüsse bereits abgezogen sind.
- Überragende Jugendarbeit in den Vereinen
-
Die Sportförderung beträgt einschließlich
der direkten Zuschüsse 95.200 DM, wobei die überragende Jugendarbeit,
die in den Sportvereinen ehrenamtlich geleistet wird, nicht in Geld umzurechnen
ist. Für den Unterhalt des kürzlich geschaffenen Sportplatzes
am neuen Friedhof ergeben sich Betriebskosten von 42.200 DM. Diese Plätze
haben den Bedarf an Freizeiteinrichtungen für die Jugend entschärft
und werden sichtlich gerne angenommen. Das Schwimmbad muss nach Abzug der
Eintrittsgelder mit 257.900 DM bezuschusst werden. Es deckt seit je her
den Freizeitbereich von sehr vielen Jugendlichen, wie aber auch Erwachsenen.
- Kreisumlage ist mittelfristig unbedingt
zu senken -
Die größte Ausgabe im Verwaltungshaushalt
ist die Kreisumlage mit 8.554.100 DM. Mit dieser Ausgabe werden landkreisweit
auch sehr viele Aufgaben für die Jugend, wie z. B. Jugendhilfe, Förderschulen,
Gymnasien und Wirtschafts- und Realschulen mitfinanziert. Im Bereich der
Jugendhilfe haben sich die Ausgaben beim Landkreis in den letzten drei
Jahren mehr als verdoppelt. Die Finanzierung des neuen Gymnasiums in Bruckmühl
war übrigens nicht der Auslöser für die Anhebung der Kreisumlage
von 45 auf 47,5 %. Diese Umlage ist unbedingt mittelfristig wieder zu senken
um die Finanzen der Gemeinde nicht zu gefährden.
Im Vermögenshaushalt spiegeln sich unsere
Investitionen. Auch hier werden wir erkennen, dass dieser einen großen
Anteil für die Jugend beinhaltet.
- Ausgleich der Kosten für die neue Hauptschule
erfordert Ausgabenzurückhaltung -
· Für einen dritten Kinderhort an
der Hasslerstraße sehen wir Ausbaukosten von 50.000 DM vor.
· Für die Schaffung des neuen
Jugendtreffs wollen wir das Gärtnerhaus am alten Krankenhaus mit 650.000
DM ausbauen und ausstatten, der über das Programm „soziale Stadt“
mit 60 % staatlich gefördert wird.
· Für die Errichtung eines
Bolzplatzes in Pullach und eines Spielplatzes an der Aiblinger Straße
sehen wir 350.000 DM vor.
Die Ausstattung und Erweiterung unserer Grund-
und Hauptschulen wird uns 324.400 DM Kosten ; hinzukommen noch Restgrundstückskäufe
für die Hauptschule von 543.000 DM. Bei der Ausstattung wird ein besonderer
Wert auf die neuen Medien gelegt.
Die neue Hauptschule schlägt in diesem Jahr
mit 300.000 DM Planungskosten zu Buche. Die Auffüllung unserer Rücklage
um 7 Mio. DM, überwiegend finanziert aus den Grundstücksverkäufen
Am Markholz, dient in erster Linie dem anstehenden Neubau der Hauptschule
mit Außensportanlagen und Dreifachturnhalle. Hierfür müssen
wir mittelfristig über 40 Mio. DM investieren. Der Ausgleich für
diese Investitonen wird für die künftigen Haushalte größtmögliche
Ausgabenzurückhaltung erfordern.
- Investitionen in unsere Jugend können
sich sehen lassen -
In meiner Aufzählung habe ich also unsere
Aufgabenverantwortung in Bezug auf die Jugend beleuchtet. Ich denke,
dass sich unsere Investitonen in unsere Jugend und damit für unsere
Zukunft sehen lassen können.
- Trotz erhöhter Betriebskosten keine Erhöhung
der Grund- und Gewerbesteuerhebesätze -
Der Haushalt beinhaltet, wie Sie alle wissen
selbstverständlich noch eine ganze Menge mehr an Positionen, wie z.
B. den längst überfälligen Neubau des Bauhofes mit Wertstoffhof,
den Bau der Regenentlastung an der Brückenstraße, die Kostenbeteiligung
am Hochwasserschutz usw. für unsere Ortsgemeinschaft. Es gibt viele
Ideen und Wünsche, die wir gerne umsetzen würden. Das Wünschenswerte
können wir jedoch nur im Rahmen unserer finanziellen Leistungsfähigkeit
erbringen. Obwohl verschiedene neue laufende Betriebskosten im Haushalt
hinzugekommen sind, wollen wir auch in diesem Jahr auf die Erhöhung
der Steuerhebesätze verzichten.
Die Freien Wähler Kolbermoor bedanken sich
beim Stadtkämmerer Herrn Peter Rolke, der in gewohnter Weise einen
verständlichen Haushaltsentwurf vorlegt hat und stimmen der Haushaltssatzung
2000 mit seinen Anlagen und dem Finanzplan zu.“
Hinweis: Die öffentliche Jahreshauptversammlung findet am Dienstag, 09.05.2000 um 20.00 Uhr im Nebenzimmer des Gasthauses Mareis statt. Freunde und Interessierte sind herzlich willkommen.
FW-Pressereferent
Günther Schirmer
Weitere Infos im Internet: www.freie-waehler-kolbermoor.de