Bürgerzeitung 04 – 2001
Stellungnahmen der Freien Wähler in der
Stadtratssitzung vom 28.02.2001
In der Stadtratssitzung vom 28.02.2001 wurden
vom Stadtrat Dieter Kannengießer für die Freien Wählern
folgende Stellungnahmen abgegeben:
27. Änderung des Flächennutzungsplanes
(SVK-Gelände);
Die Sportplatzanlieger beantragten den Beschluss
des Stadtrates vom 25.10.2000 auf bauleitplanerische Behandlung wieder
aufzuheben . Stellungnahme der Freien Wähler:
„ Selbstverständlich ist es richtig, dass
Einwohner ihr Petitionsrecht wahrnehmen können. Die aktive Beteiligung
der Bürgerschaft erleichtert dem Stadtrat seine Entscheidungsfindung.
Im vorliegenden Antrag geht es den Antragstellern darum, im Interesse der
Allgemeinheit diese Fläche von der Bebauung auszuschließen und
als Sportplatz zu erhalten. U. a. wird ein Schenkungsvertrag aus dem Jahr
1922 angeführt, in dem festgelegt wurde, dass die erworbenen Grundstücksflächen
nicht ohne Genehmigung der Schenkungsgeber vom Turnverein veräußert
oder verpachtet werden. Diese Verpflichtung, besteht nacht Auskunft in
der Hauptausschusssitzung nicht, da ein sog. „dingliche Recht“ nicht grundbuchmäßig
abgesichert ist. Ob und inwiefern eine Verwirkung der vertraglichen Regelung
eingetreten ist, sollte die Verwaltung klären.
Auch der Stadtrat hatte bei seinen bisherigen
Entscheidungen das Interesse der Allgemeinheit abgewogen. Bereits mit Stadtratsbeschluss
vom 18.03.1998 wurde eine bauleitplanerische Behandlung in Aussicht gestellt,
sobald Ersatzflächen verfügbar sind. Im Nov. 1999 wurde mehrheitlich
beschlossen, die beiden einzig möglichen Standorte für eine große
Sportanlage in das Verfahren zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes
aufzunehmen.
In dem besagten Beschluss vom 25.10.2000 wurde
gegen eine Stimme, die des Bürgermeisters, die Wirksamkeit der
Änderung des Flächennutzungsplanes so festgelegt, dass die Änderung
erst dann erfolgen kann, wenn der städtebauliche Vertrag über
das zentrale Spinnereigelände unter Dach und Fach ist und die neuen
Flächen für den Sport zur Verfügung stehen.
Dies bedeutet, dass keine Verknüpfung zwischen
dem möglichen Vorhabens- und Erschließungsplan des ehemaligen
Spinnereigeländes abgeleitet werden kann. Der Grunderwerb des Sportvereines
wird privatrechtlich geschlossen und steht in keiner Abhängigkeit
zum Vorhabens- und Erschließungsvertrag mit der Firma Anterra. Außerdem
ist nicht bekannt, welche Flächen für den Vereinssport letztendlich
erworben werden.
Der unter den genannten Voraussetzungen gefasste
Stadtratsbeschluss ist daher nach Ansicht der Freien Wähler weiterhin
so zu vollziehen.“ Mit 15 : 5 Stimmen wurde die Beibehaltung des bisheriges
Stadtratsbeschlusses bestätigt.
Räume für Vereine – Berücksichtigung
bei künftigen Kommunalbauten
Die Kolbermoorer Trachtenvereine „Immergrün
1893“ und „d’Mangfalltaler 1912“ beantragten die Bereitstellung eines Proben-
und Vorhabenraumes.
Seit 1989 benutzen beide Vereine den von der
Stadt zur Verfügung gestellten Kellerraum im Mareisgebäude für
ihre Kinder- und Jugendarbeit. Sie haben damals diesen Probenraum dankbar
angenommen, weil sie endlich eine „Bleibe“ gefunden haben. Jedoch gibt
es seit dieser Zeit immer wieder Probleme, sei es wegen der Raumhöhe
und -größe, der Feuchtigkeit, Unfallgefahr wegen Bodenunebenheiten,
miserable Reinigung und und dgl.
Der Bayerische Jugendring hat 1989 eine Bezuschussung
der Möblierung abgelehnt, da dieser Raum nach den Richtlinien des
BJR für Jugendarbeit nicht geeignet ist (kein Tageslicht, zu geringe
Raumhöhe). In einem sehr umfangreichen Antrag haben die Trachtenvereine
die Jugendbetreuungs- und Raumsituation geschildert. Die Verwaltung hatte
folgenden Vorschlag vorgelegt: „Der Antrag ist als Material für künftige
Beratungen zu Schule/Volksbildung/Vereinswesen zu nehmen „. Stellungnahme
der Freien Wähler:
„Die Freien Wähler sehen die ehrenamtliche
Jugendarbeit der Trachtenvereine als genau so wertvoll an, wie die der
bezahlten Sozialpädagogen. Die Freien Wähler möchten sich
dem Vorschlag der Verwaltung mit folgender Ergänzung anschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, dass bei künftigen Kommunalbauten
das Angebot für Räume für die Trachtenvereine geprüft
wird.“ Im laufe der Diskussion einigte man sich das Wort „Trachtenvereine“
gegen das Wort „Vereine“ auszutauschen. Der Ergänzungsvorschlag wurde
dann einstimmig so beschlossen.
Günther Schirmer-FW Pressesprecher